Tierschutzverein Dresden e.V. Menschen für Tierrechte
| Kaum ein Jungvogel benötigt menschliche Hilfe |
| Artikel vom 29.06.2010 |
| P R E S S E M I T T E I L U N G aktion tier – menschen für tiere e.V., Berlin/ München, 17.06.2010. Wenn Vogelbabys derzeit hilflos auf dem Boden umher hüpfen, schlägt das Herz eines jeden Tierfreundes höher: Das arme Kleine, wie kann man nur helfen? Unterstützung ist in diesem Fall aber nicht nur überflüssig, sondern oft fehl am Platze. Meist handelt es sich um Jungtiere, die lediglich ihre ersten Alleingänge wagen. Die Vögelchen machen Flugversuche, die oftmals noch nicht von Erfolg gekrönt sind und dementsprechend unbeholfen aussehen. Die Elterntiere sitzen ganz in der Nähe und beobachten den Zögling mit Argusaugen. Sie kommen nur zum Füttern. Greift der Mensch in dieser sensiblen Phase ein und nimmt das Jungtier womöglich auch noch mit, bedeutet das eine Katastrophe für den Vogel. Der Mensch verhindert durch seine Interaktion, dass die Jungvögel unter natürlichen Bedingungen und unter der Obhut seiner Eltern aufwachsen können. Der "Helfer" erreicht damit also genau das Gegenteil von dem, was er eigentlich beabsichtigte. Tipps zum Erkennen eines gesunden Jungvogels: Die Ästlingsphase der Vogelbabys beginnt mit dem Verlassen des Nestes. Zu diesem Zeitpunkt können sie noch nicht fliegen. Die Vogeljungen hüpfen am Boden umher und springen im Gebüsch von Ast zu Ast. Hier unternehmen sie erste Flugversuche. Sie verfügen über typische Bettel- oder Standortrufe. Mit diesen Rufen und Schreien machen sie sich bei ihren Eltern bemerkbar, um von ihnen am Boden weiter gefüttert zu werden. "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen", trifft wohl auch hier bei den Vögeln zu. Ästlinge haben ein fast vollständig entwickeltes Federkleid. Die Federn wirken noch etwas flaumig. Meist ist der Schwanz deutlich kürzer als bei den Altvögeln. Die Haut ist von weitem erkennbar sehr dünn und fast durchsichtig. Besonders bei den Rabenkrähen sind die darunter gelegenen sehr großen Gelenke deutlich zu sehen. Viele Vogelfreunde deuten dies fälschlicherweise als offene Verletzungen an den Füßen und an den Flügeln. Judith Brettmeister von der Geschäftsstelle aktion tier -münchen weist deshalb daraufhin: "Sollten Sie also solch einen " vermeintlich verwaisten" Jungvogel am Boden sehen, lassen Sie ihn dort wo er ist, damit er nicht aus seinem Familienzusammenhalt gerissen wird. Er ist durchaus nicht alleine und verwaist. Sitzt so ein kleiner Vogel jedoch mitten auf dem Weg oder sogar auf der Straße, nehmen Sie ihn vorsichtig auf und setzen ihn zur Sicherheit in nächster Nähe ins Gebüsch oder auf die unteren Zweige eines Baumes". Vögel, die vom Menschen gefüttert und groß gezogen werden, bleiben in ihrer Entwicklung zurück. Spätestens beim Freilassen in die Natur fehlt diesen Vögeln das soziale Verhalten, das wir Menschen ihnen nicht beibringen können, und werden häufig Opfer ihrer Fressfeinde. Weitere Informationen bei: Weitere Informationen bei: Judith Brettmeister, aktion tier - Geschäftsstelle München, Tel: 089-75 969 252 (Judith.Brettmeister@aktiontier.org) aktion tier – menschen für tiere e.V. Pressestelle Kaiserdamm 97 14057 Berlin Tel.: 030-301038-33 Fax: 030-301038-34 www.aktiontier.org info@aktiontier-pressestelle.org |
